Kieswerk

Ein Kieswerk ist ein großindustriell genutzter Kiestagebau, in dem die für die Bauindustrie wichtigen Stoffe Kies, Sand und Schotter gefördert werden. Diese Sedimente werden als "Massenrohstoffe" bezeichnet. Größere Lagerstätten finden sich an Flussterrassen und als Endmoränen von Gletschern der Eiszeit. Kiestagebaue haben im Durchschnitt eine Ausdehnung von 50 bis 300 Metern. Die Baustoffe werden hier mit Baggern oder ähnlichem Räumgerät abgebaut und z.B. weiterverarbeitet als Zement an die Bauindustrie abgegeben. Bis in fast 50 Metern Tiefe kann der Abbau erfolgen, wobei mehrere 100.000 Kubikmeter Aushub zustande kommen.
 
Betreibern von Kiestagebauen werden in Deutschland strenge Auflagen des Umweltschutzes und der Flächennutzung auferlegt. So muss z.B. nach der Beendigung des Abbaus für eine vernünftige und in die jeweilige Gegend passende Nachnutzung gesorgt werden. Oft werden ehemalige Kieswerke Teil eines Naherholungsgebietes. Grundwasser füllt die offen gebliebenen Hohlräume und Gruben. Die dadurch entstehenden Baggerseen werden als Fisch- oder Badeseen genutzt. Ist kein Kontakt zum Grundwasser vorhanden, wird das Loch verfüllt. Das ehemalige Kieswerk dient dann als Deponie für Erdaushub, Bauschutt oder Hausmüll.
 
Kieswerke können sowohl temporär angelegt werden (z.B. beim Autobahnbau, dies wird dann als "Seitenentnahme" bezeichnet) als auch dauerhaft betrieben werden, die Betriebsdauer liegt dann bei 5-25 Jahren (je nach Größe der Lagerstätte).

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